Die Linke ruft zur Beteiligung an den geplanten Protesten des neu gegründeten Bürgerbündnisses „Mut machen – Steele bleibt bunt“ auf. Zivilgesellschaftlicher Widerstand gegen die Verbreitung rechten Gedankengutes und reale Bedrohungs- und Einschüchterungsversuche müsse unterstützt werden.

Seit mehreren Monaten mobilisiert die Hooligan-Gruppierung „First Class Crew – Steeler Jungs“ regelmäßig bis zu 100 Personen in die Steeler Innenstadt und patrouilliert in uniformähnlicher, einheitlich schwarzer Kleidung durch das Stadtteil-Zentrum. Die Polizei begleitet die selbsternannten „Beschützer“ bei ihren allwöchentlichen „Spaziergängen“ am Donnerstagabend. Eine Versammlung oder Demonstration wurde allerdings bis heute noch nicht angemeldet.

„Eine einfache Facebook-Recherche genügt, um herauszufinden, um wen es sich bei diesen angsteinflößenden Glatzköpfen handelt“, erklärt Daniel Kerekes, Kreissprecher der Linken. Es würden eindeutig Kontakte zur gesamten Neonaziszene des Ruhrgebiets bestehen. Auch die Antifa Essen Z zeigt in ihrem Flyer an die Steeler Bürgerschaft unter anderem Verbindungen zu der gewaltbereiten Hooligangruppe „Alte Garde Essen“ sowie dem Bottroper Ableger der Bandidos auf. Bereits im April diesen Jahres gab es eine gewalttätige Auseinandersetzung vor der Steeler Kneipe „Freak Show“, an der Mitglieder der „Steeler Jungs“ maßgeblich beteiligt waren. 

Ferner berichten Teilnehmer der Kundgebung des Steeler Bürgerbündnisses am vergangenen Donnerstag tätliche Übergriffe beobachtet zu haben. Außerdem fühlen sich Steeler Bürgerinnen und Bürger zunehmend durch das bürgerwehrähnliche Auftreten der Hooligans bedroht. „Unser Stadtteil ist nicht mehr wiederzuerkennen. Wer beschützt uns eigentlich vor denen?“, will eine Steeler Bürgerin wissen. 

„Eine berechtigte Frage“, findet auch Marion Wegscheider, Kreissprecherin der Linken. Angesichts der Drohkulisse, die wöchentlich in Steele aufgebaut würde, sei es umso verwunderlicher, dass die Versammlungen trotz Beobachtung und Begleitung durch den Staatsschutz und die Polizei nicht als politische Versammlung eingestuft und angemeldet würden. Während die Kundgebung des neu gegründeten Bürgerbündnisses in Steele auf Drängen der Polizei angemeldet werden musste, marschieren Hooligans seit Monaten ohne jegliche Auflagen durch die Straßen. „Sind manche vor dem Gesetz gleicher als andere?“, fragt sich Wegscheider.

Das schlechte Abschneiden der AfD zur Bundestagswahl in Münster hat gezeigt, dass lautstarker, bunter und unmittelbarer Widerstand wirkt. Auch nächste Woche findet auf dem Kaiser-Otto-Platz in Steele um 17:20 Uhr wieder eine Kundgebung des Steeler Bündnisses statt. 

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