Willkommen im Heinz-Renner-Haus

Im Dezember 2011 beschloss die Mitgliederversammlung des Kreisverbandes, die Geschäftsstelle in der Severinstraße 1 nach Heinrich (genannt: Heinz) Renner zu benennen.

Im Rahmen einer Feierstunde am 9. September 2012 wurde die Namensgebung durchgeführt. Heinz Renner (geboren am 8. Januar 1892 in Lückenburg/Pfalz, gestorben am 11. Januar 1964 in Berlin/DDR) war Mitglied der KPD und Essener Oberbürgermeister von Februar bis Oktober 1946.

Heinz Renner – Stationen seines Lebens

In der Geschäftsstelle von Ratsfraktion und Kreisverband DIE LINKE. Essen sind in Kürze auf 10 Wandtafeln Stationen aus dem Leben und Wirken von Heinz Renner zu sehen. Die Ausstellung kann zu den üblichen Geschäftszeiten besichtigt werden. Die Ausstellung als PDF ist hier erhältlich.

Heinz Renner (rechts) bei der Amtseinführung als Essener Oberbürgermeister am 6. Februar 1946 (Foto: Stadtarchiv)

Heinz Renner – Ein würdiger Namensgeber für DIE LINKE

Heinz Renner wurde 1892 in Lückenburg geboren und 1914 an die Westfront einberufen. Als Unterfeldwebel wurde er an der Front zwei Mal verwundet und kam, dekoriert mit dem EK I und II, 1917 in seiner zukünftigen Heimatstadt Essen ins Lazarett.

Die Erfahrung des I. Weltkrieges machte ihn zum Pazifisten. Folgerichtig sein Bruch mit der SPD, deren Mitglied er seit 1910 gewesen war: Über die USPD wechselte er 1920 zur KPD. Als Mitarbeiter der KPD-Ratsfraktion in Essen entwickelte er sich sehr schnell zu einem Fachmann für Sozialpolitik. 1924 zog die KPD mit 20 GenossInnen in den Rat der Stadt ein. 1932 wurde Renner zum Fraktionsvorsitzenden gewählt. 1933 floh er vor den Nazis nach Frankreich. Nach Ausbruch des Krieges wurde er 1943 an die Gestapo ausgeliefert. Er entging dem Transport nach Dachau durch die Befreiung aus dem Zuchthaus Ludwigsburg.

Renner kam in das zerstörte Essen zurück, wo er in einen 13-köpfigen Bürgerausschuss zur Unterstützung des Oberbürgermeisters berufen wurde. Ab Februar 1946 hatte er selbst für acht Monate dieses Amt inne, bis als Ergebnis der ersten Kommunalwahl im Oktober Gustav Heinemann sein Nachfolger wurde. Nach der Landtagswahl 1946 bekleidete er mehrere Ministerposten, bis er 1948/49 als Mitglied des Parlamentarischen Rates an der Entstehung des Grundgesetzes mitwirkte. Von 1949 bis 1953 war Renner Mitglied des Deutschen Bundestages.

Nach dem KPD-Verbot 1956 wurde seine Kandidatur als unabhängiger Abgeordneter zur Landtagswahl als „Fortführung der KPD“ ausgelegt. Heinz Renner wurde verhaftet, und man verlangte sogar wegen „umstürzlerischen Verhaltens gegen die BRD“ die Rückzahlung von „unrechtmäßig“ erhaltenen 22.000 DM Rente. Vor der Untersuchungshaft bewahrte ihn nur sein schlechter Gesundheitszustand. Nachdem ihm die Rente gestrichen worden war, gab es für ihn keine Existenzgrundlage mehr in der BRD. Er „floh“ 1960 in die DDR, in der er 1964 verstarb.

Er war ein streitbarer Geist, der sich vehement für die Benachteiligten und die Opfer der beiden Weltkriege eingesetzt hat und engagiert gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik kämpfte. Ein Politiker, der von den Nazis verfolgt und von der jungen Bundesrepublik im Kalten Krieg kriminalisiert wurde, der sich stets für Pazifismus und für soziale Gerechtigkeit einsetzte, ist für DIE LINKE ein würdiger Namensgeber.

Heinz Renner (Foto: Stadtarchiv)

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