Essen, 04.12.2025 – Bundesweit beteiligen sich am Freitag Schüler:innen an Streiks und Aktionen gegen das geplante „Wehrdienstmodernisierungsgesetz“. Dieses sieht ab 2027 die verpflichtende Musterung aller jungen Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008 vor und ermöglicht faktisch eine Wiedereinführung der Wehrpflicht sowie weiterer Zwangsdienste. Auch in Essen schließen sich zahlreiche Schüler:innen dem Protest an.
Lisa Krass, Kreissprecherin Die Linke Essen erklärt hierzu: „Wir stehen solidarisch an der Seite der jungen Menschen, die sich gegen Militarisierung und staatliche Zwangsdienste wehren.“
Die geplante verpflichtende Musterung und die Option einer Reaktivierung der Wehrpflicht bedeuten eine weitere Verschärfung der Militarisierung junger Menschen. Schon jetzt ist absehbar, dass diese Politik junge Generationen vor Entscheidungen stellt, die tief in ihre Lebensplanung eingreifen können, ohne dass sie selbst politische Mitbestimmung in zentralen Fragen besitzen. Hinzu kommt, dass Politik in den vergangenen Jahren wiederholt gegen die Interessen junger Menschen gestaltet wurde – sei es in der Bildung, der sozialen Sicherung oder der Klimapolitik. Die geplanten Änderungen im Wehrdienstrecht verschärfen diese Schieflage. Junge Menschen sollen erneut Verpflichtungen tragen, während grundlegende Verbesserungen ihrer Lebensrealität weiterhin ausbleiben. Und schon jetzt ist eine Ausweitung der Musterung auf die Jahrgänge ab 1993 im Gespräch.
„Die Zukunft junger Menschen darf nicht zu einem sicherheitspolitischen Experimentierfeld werden. Demokratische Bildung bedeutet, Schüler:innen zu informierten, selbstständigen Persönlichkeiten zu befähigen, die Missstände kritisch benennen und friedliche Lösungen einfordern können. Politisches Engagement, auch in Form von Streiks, ist ein wichtiger Teil davon.“, stellt Kreissprecher Tobias Umbreit klar.
Die Linke Essen steht geschlossen und solidarisch an der Seite aller Schüler:innen, die sich gegen die Wehrpflicht aussprechen. Schulen und Lehrkräfte werden dazu aufgefordert, die politische Betätigung der Jugendlichen nicht zu behindern. Streiks gegen Militarisierung und Zwangsdienste sind legitimer Ausdruck demokratischer Teilhabe.

