
Nein zu Olympia: Investitionen in Menschen, nicht in Großevents!
Wir lehnen die Bewerbung für Olympia ab:
Essen will sich für die Austragung von Olympia bewerben. Wie bereits 2019 sprechen wir uns auch dieses Mal wieder dagegen aus. Denn statt Milliarden in ein kurzfristiges Prestigeprojekt sollten öffentliche Gelder dort ankommen, wo sie gebraucht werden: Bei den Menschen unserer Stadt!
Aktuell werden Millionenbeträge ausgegeben, um für die Austragung der Spiele zu werben. Bis zum 14.09.2026 findet hierzu ein Ratsbürgerentscheid statt. Doch viele wichtige Fragen bleiben in der aktuell öffentlich geführten Debatte unbehandelt. Wir klären auf!
Wer zahlt die Kosten für Olympia?
Olympia 2024 in Paris kostete 6,6 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln. Geld, das direkt in Sportstatten, Bildung und sozialen Wohnungsraum investiert werden kann. Hamburg kostete die gescheiterte Bewerbung für 2024 knapp 13 Millionen Euro. Damit hätten zum Beispiel etwa 52 Essener Sportvereine einen neuen Kunstrasen bekommen. Wir zahlen also die Kosten dieses Prestigesprojektes.
Wer profitiert wirklich von Olympia?
Es sind vor allem Akteure wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) und große Konzerne, die Gewinne daraus ziehen.
Und die Stadtgesellschaft?
In den Austragungsstädten bleiben für viele Menschen steigende Lebenshaltungskosten zurück und die geschaffenen Arbeitsplätze sind meist nur prekär und befristet. Außerdem wird ein großer Teil auf ehrenamtliche Arbeit verlagert. In Paris waren es 45.000 Ehrenamtliche.
Neuer Wohnraum für die Stadt?
Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass solche Großevents zu steigenden Mieten führen. Es entsteht zwar teilweise neuer Wohnraum, dieser dient aber meist nicht dem benötigten sozialen Wohnungsbau.
Falsche Prioritäten
Die Olympiabewerbung zeigt die widersprüchliche Prioritätensetzung der Politik. Es wird von Haushaltszwängen gesprochen und es fehlen Mittel für Bildungseinrichtungen, Mobilität, Kultur und Freizeit. Gleichzeitig können aber enorme Summen für ein zeitlich begrenztes Event mobilisiert werden, dessen langfristiger Nutzen für die Stadtgesellschaft fraglich bleibt. Viele der versprochenen Vorteile von Olympia sind ohne ein solches Großevent möglich, wenn es politisch wirklich gewollt wäre!
Unsere Vision
Essen soll eine Stadt sein, in der Kinder und Jugendliche gute Sport- und Freizeitangebote erhalten, öffentliche Einrichtungen wie Schwimmbäder, Schulen sowie Kitas ausreichend vorhanden und bestens ausgestattet sind und auch ältere Menschen mitgenommen werden. Wir wollen, dass Sport für alle Menschen möglich ist – unabhängig vom Stadtteil oder dem finanziellen Hintergrund! Denn Olympia sollte nicht von Profitinteressen bestimmt werden, sondern den Sport und die Teilhabe aller Menschen in den Mittelpunkt stellen. Bevor darüber nachgedacht wird, solche Spiele auszurichten, sollte Essen sozial gestärkt werden.
Wie stimme ich über Olympia ab?
Allen wahlberechtigten Personen in Essen wurden in der letzten Märzwoche Briefwahlunterlagen zugeschickt. Sie sind von außen auf dem Briefumschlag klar erkenntlich. Denn darauf befindet sich das Logo der Stadt Essen und in roter Schrift der Aufdruck Amtliche Wahlsache.
In dem Umschlag findest du neben dem Anschreiben an dich einen blauen Umschlag, einen Wahlschein, einen roten Rücksendeumschlag und eine „Versicherung an Eides statt“.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Wenn du gegen die Bewerbung für Olympia bist, kreuzt du auf dem Wahlschein Nein an.
- Danach legst du den Wahlschein in den blauen Umschlag und klebst diesen zu. Dafür musst du den Klebestreifen des Briefumschlags anlecken oder anderweitig befeuchten.
- Nun unterschreibst du die „Versicherung an Eides statt“. Auf beiden Seiten dieses Zettels befindet sich eine Rücksendeadresse. Falte den Zettel und lege ihn zusammen mit dem verschlossenen blauen Umschlag in den Rücksendeumschlag, so dass die Rücksendeadresse auf dem weißen Zettel im Adressfenster des Rücksendeumschlags zu sehen ist.
- Verschließe den Rücksendeumschlag gut und wirf ihn in den nächsten Briefkasten der Deutschen Post, so dass dieser spätestens am 19. April im Rathaus ankommt.
Noch bis zum 19. April: Dein Kreuz gegen Olympia und für soziale Sportentwicklung!