Am 23. Januar gab der Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) ein Interview. In seinem Interview erklärte der Bischof, Deutschland müsse weltweit Verantwortung zeigen. Bischof Overbeck ist neben seinem Amt in Essen auch Militärbischof.

Sehr geehrter Herr Bischof Overbeck,

in unserer Partei organisierte Christinnen und Christen waren entsetzt, ob Ihres Interviews in der WAZ vom 23.01.2017.

Papst Franziskus mahnt nicht nur, dass der Kapitalismus ein falsches Wirtschaftsmodell ist, sondern auch vor Krieg und Gewalt. „Es ist ein Krieg um Interessen, ein Krieg um Geld, ein Krieg um Ressourcen der Natur. Ich spreche nicht von einem Krieg der Religionen.“ „Der Krieg ist eine Schande“. Es gibt „keinen Kriegsgott“. Den Krieg will „das Böse. Es ist der Teufel, der alle töten will.“

Sie, Herr Bischof, sehen dies wohl anders. In Ihrem Interview gegenüber der WAZ erklärten Sie, Deutschland müsse weltweit Verantwortung zeigen und „unsere gesellschaftliche Verantwortung an unseren Landesgrenzen enden zu lassen, wäre ein Rückfall in Nationalstaatlichkeit.“ Doch wie bitte soll diese Verantwortung aussehen?

Ja, wir haben als Deutsche Verantwortung und gerade weil wir von unseren Eltern und Großeltern erfahren konnten, wie grausam und furchtbar jeder Krieg ist, müssen wir alles unternehmen jene zu unterstützen, die ein friedliches Miteinander anstreben und nicht nach mehr Auslandseinsätzen schreien. Und da ist es nur widerwärtig, wie unsere Politiker sogar Kriegsverbrecher und Diktatoren hofieren, ihnen Waffen und Geld zur Verfügung stellen und deren skrupellosen Helfer (Polizei und Militär) ausbilden.

Was uns eine solche Politik gebracht hat sind al-Kaida und der sogenannte „islamische Staat“. Menschen, denen es einigermaßen gut geht, wollen weder auswandern, noch werden sie Terroristen. Aber Krieg schafft Terror. Das haben die Kriege der USA in Nahost, die russischen Bomben in Syrien und der andauernde Drohnenkrieg des Pentagons gezeigt. Und auch Deutschland ist aufgrund seiner Kriege zur Zielscheibe geworden. Krieg schafft Terror und Armut, er überwindet sie nicht.

Herr Overbeck, besinnen Sie sich auf christliche Werte, wie zum Beispiel die Nächstenliebe. Zeigen Sie durch Wort und Handeln, dass es für jeden Sinn macht, friedfertig einen gemeinsamen Weg zu finden, anstatt, wie die Waffenbarone und politische Akteure, die davon verdammt gut leben, noch mehr Öl ins Feuer zu gießen.

Wir verteidigen am Hindukusch, oder sonst wo, keine Demokratie oder die Freiheit Deutschlands, wir helfen nur zu morden und daraus entsteht die Wut und der Hass auf den Westen – und auf uns. Und das gebiert den Terror. Seien sie mehr wie der Papst.

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DIE LINKE. Essen

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