Essen 04.02.2026 – In Essen-Kray befindet sich seit 2012 die Landesgeschäftsstelle der Partei Die Heimat (ehemals NPD) in der Marienstr. Seit 2025 treffen, vernetzen und radikalisieren sich dort junge, zumeist minderjährige Nazis aus ganz Nordrhein-Westfalen, die dem Aufruf der Jugendorganisation der Partei Junge Nationalisten (JN) folgen.
Das Bündnis Essen stellt sich quer (ESSQ) engagiert sich gegen die Nazi-Treffen in Form von Kundgebungen und Gegendemonstrationen, die von Die Linke Essen unterstützt werden. Problematisch sind diese Nazi-Treffen insbesondere wegen der Gewaltbereitschaft, die die radikalisierten Teilnehmer:innen mitbringen, was sich zum Beispiel am Angriff gegen Demonstrationsteilnehmer:innen am 08.08.2025 zeigte.
Essen-Kray – das neue Nazi-Kiez?
Zwischenzeitlich war schon die Rede von einem neuen Nazi-Kiez in Essen-Kray, wogegen sich jedoch vor allem die Anwohnenden, aber auch antifaschistische Bündnisse wehren.
„Ein neues Nazi-Kiez vergleichbar mit Dortmund-Dorstfeld zu verhindern, muss der Auftrag aller Antifaschist:innen sein. Wir werden weiter dem Aufruf von Essen stellt sich quer zu Gegendemonstrationen folgen und unterstützen, wo wir nur können“, sagt Tobias Umbreit, Kreissprecher von Die Linke Essen. „Dafür bieten wir unsere Räumlichkeiten im Heinz-Renner-Haus [Anm.d.R.: Severinstr. 1 in 45127 Essen] zur gemeinsamen Anreise nach Essen-Kray an. Im Heinz-Renner-Haus selbst sorgen wir für eine feste Ansprechperson, die bis zum Ende der Demo und der gemeinsamen Abreise erreichbar bleibt. Sollte jemand einen Rückzugsort benötigen, steht dieser also durchgehend zur Verfügung.“
Erneuter Aufmarsch am 06.02.2026
Auch die Politik hat endlich einen Handlungsbedarf erkannt und eine Nutzungsunterlassung gegen Die Heimat verfügt. Die Stadt verbietet damit die Parteiarbeit und Versammlungen in den Räumlichkeiten in Essen-Kray. Hiergegen wehrt sich die Partei gerade gerichtlich.
Trotz oder gar wegen der Unterlassungsverfügung rufen Die Heimat und JN nun wieder zu einem Aufmarsch in Essen-Kray am 06.02.2026 auf. Entsprechend hat auch das Bündnis ESSQ wieder eine Gegendemonstration angemeldet, Die Linke Essen unterstützt hierbei wie gewohnt.
Im Hinblick auf die Gewalterfahrungen im Zusammenhang mit den Demonstrationen und aufgrund aktiver Hetze im Netz und Hasskommentare gegen einzelne Mitglieder erwartet Die Linke Essen Polizeischutz für alle aktiven Antifaschist:innen – nicht nur am 06.02.2026.
„Die Polizei muss sich vor demokratieverteidigende, antifaschistische Kräfte stellen. Wir müssen sicher sein, dass wir unserem Grundrecht auf Demonstration nachgehen können, ohne vorher, währenddessen oder im Nachgang von Nazis angegriffen zu werden“, sagt hierzu Jennyfer Prus, in der Bezirksvertretung I der Stadt Essen für Die Linke. „Ich erwarte aktiven Schutz durch die Polizei – und zwar nicht für die Nazis, sondern für die Menschen, die dem Aufruf von ESSQ folgen. Hierzu gehören auch Anwohnende, die sich ihren Stadtteil nicht von Nazis wegnehmen lassen wollen.“

