Essen, 22.03.26 – Am gestrigen Samstag fand im Essener Gewerkschaftshaus der Bezirksverbandstag der IG BAU Mülheim-Essen-Oberhausen statt. Nun steht fest: Neuer Bezirksvorsitzender für die nächsten vier Jahre ist Tobias Umbreit (32), aktueller Co-Kreissprecher der Essener Die Linke. Er tritt damit das Erbe von Peter Köster an, der bereits seit 2013 den Vorsitz des Bezirksverbandes inne hatte.

Mit einer Zustimmung von 90,91% wählten die Kolleginnen und Kollegen den Essener Linken zum neuen Bezirksvorsitzenden. Schon zu Beginn seiner Kandidaturrede fand Umbreit klare Worte für die aktuelle Politik des Bundeskanzlers: „Alle paar Tage übertrifft er sich selbst mit neuen herablassenden Aussagen über die Menschen in diesem Land. Wir alle würden nicht mehr arbeiten wollen, wären faul, und sowieso grundsätzlich zu oft krank. Den Begriff Work-Life-Balance zieht er ins lächerliche und behauptet von sich selbst, Arbeit sei für ihn nie ein unangenehmer Einschnitt in seine Freizeit gewesen“, sagt Umbreit und fügt hinzu: Wer wie Friedrich Merz selbst nie wirklich gearbeitet hat und von Beruf Cheflobbyist ist, der soll doch bitte schweigen, wenn es um unsere Arbeitsbedingungen geht.

Tobias Umbreit ist von Beruf Meister und staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt (ehemals Techniker) im Garten- und Landschaftsbau. 2012 schloss er in Essen die Ausbildung zum Landschaftsgärtner ab und trat bereits im zweiten Lehrjahr der IG BAU bei. Im April 2021 trat er in Die Linke ein und führt seit November 2024 als Co-Kreissprecher den Essener Kreisverband an. Zur Bundestagswahl 2025 trat er für Die Linke als Direktkandidat im Wahlbezirk Essen III an und holte dort 7,47% der Erststimmen.

Bereits seit etwa 2005 hatte die IG BAU Mülheim-Essen-Oberhausen kein Vorstandsmitglied mehr aus dem „grünen Bereich“. Umbreit schließt damit eine wichtige Lücke.

Tobias Umbreit, Co-Kreissprecher der Essener Linken, in olivgrünem Engelbert-Strauss-Pullover vor einer dunkelgrünen Hecke.

Tobias Umbreit, Co-Kreissprecher der Essener Die Linke seit November 2024 (Foto: Philipp Roling)

„Defensive ist keine Option mehr.“

Vor dem Hintergrund des stetig steigenden Leistungsdrucks würden Kolleginnen und Kollegen in unbezahlten Überstunden ersticken, sagt Umbreit. Viele müssten am Ende des Monats trotzdem schauen, wie sie sich Miete, Strom und steigende Lebensmittelkosten überhaupt noch leisten können, weil Löhne und Renten längst nicht mehr mit der Inflation Schritt halten können. Gerade jüngere Kolleg:innen könnten sich der Rente kaum noch sicher sein und müssen inzwischen sogar wieder bangen, im Zuge der fortschreitenden Militarisierung an Kriegsfronten für die Machtinteressen von größenwahnsinnigen Milliardären zu sterben.

Allein 2024 wurden in Deutschland rund 1,2 Milliarden Überstunden geleistet. Etwa 53,6% davon unbezahlt. Das entspricht etwa 700 Millionen unbezahlten Überstunden jährlich. Rechnerisch ist von 450.000 bis 700.000 unbezahlten Vollzeitstellen die Rede. Dass Kanzler Merz dennoch behauptet, das würde nicht ausreichen, bezeichnet Umbreit als Dreistigkeit.

Es wird Zeit, endlich zum Gegenangriff auszuholen. Denn Defensive ist keine Option mehr, wenn der Blackrock-Kanzler wöchentlich neue Fronten aufmacht“, stimmte Umbreit die Kolleginnen und Kollegen ein. „Lasst uns unsere eigenen Forderungen wieder in den Vordergrund stellen: Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich, eine gute Auszubildendenvergütung mit Übernahmegarantie, sichere Renten und Löhne, die ein würdevolles Leben ermöglichen und die Wiedereinführung der Vermögenssteuer.“

„Wird die Interessen der Arbeitnehmenden mit Feuer vertreten.“

Die Linke im Kreisverband Essen freut sich über die Neubesetzung des Bezirksvorsitzes der IG BAU Mülheim-Essen-Oberhausen und beglückwünscht ihren Co-Kreissprecher zur Wahl.

„Ich freue mich sehr, dass sein hohes Maß an Engagement im Bereich der Gewerkschaftsarbeit von den Mitgliedern der IG BAU gesehen und gewürdigt wird. Ich bin mir sicher, dass er seine solidarischen Ansichten und konstruktiven Ideen sehr gut einbringen wird und die Interessen der Arbeitnehmenden mit Feuer vertreten kann“, sagt Mitra Wilke, stellvertretende Co-Kreissprecherin der Essener Die Linke.

Die Linke Essen
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.