Essen, 23.11.25 – Am Vormittag des 23. November 2025 kam es zu einem Angriff auf das Essener Parteibüro der Partei Die Linke in der Severinstraße 1, dem „Heinz Renner Haus“. Gegen kurz nach 10 Uhr warfen bislang unbekannte Täter:innen einen Backstein durch die Scheibe der Eingangstür. Die Täter:innen konnten unerkannt flüchten. Anwesende Parteimitglieder alarmierten umgehend die Polizei, später übernahm die Kriminalpolizei den Fall und stellte den Backstein als Beweismittel sicher.
Der Essener Kreisverband sowie die Linksfraktion im Stadtrat verurteilen den Angriff aufs Schärfste und ordnen ihn klar in eine Serie rechtsextremer Übergriffe im Stadtgebiet ein. In den vergangenen Monaten kam es mehrfach zu Attacken auf linke Räume und Engagierte – darunter der versuchte Angriff von Aktivisten der rechtsextremen Jugendorganisation JN auf das Soziale Zentrum Philipp Müller am 03. November, ein Übergriff auf Linke-Mitglieder im Ruhrbahn-Linienbus am 08. August sowie der Buttersäure-Anschlag auf den Freiraum Coralle im April.
Liesa Schulz, Co-Fraktionsvorsitzende der Linken im Essener Stadtrat, erklärt: „Heute wurde ein Backstein durch das Fenster unserer Parteiräume geworfen – ein feiger Angriff, der nur zeigt, wie notwendig unsere politische Arbeit ist. Verletzt wurde niemand. Einschüchtern lassen wir uns nicht.“ Ihr Co-Vorsitzender Eliseo Maugeri ergänzt: „Der Angriff auf unser Büro ist ein Angriff auf alle, die sich antifaschistisch engagieren. Wir lassen uns nicht einschüchtern – wir stehen weiterhin für Solidarität, Demokratie und ein Essen ohne Angst.“
Der Kreisverband macht deutlich, dass diese Angriffe kein zufälliges Einzelereignis sind, sondern ein Ausdruck einer zunehmend enthemmten rechtsextremen Szene sowie einer politischen Atmosphäre, die solche Taten begünstigt.

Zerstörte Scheibe der Eingangstür von innen, notdürftig mit einer Plastiktüte präpariert. (Foto: Die Linke Essen)
„Schuld sehen wir auch im Versagen der CDU.“
Tobias Umbreit, Kreissprecher Die Linke Essen, führt aus: „Ein solcher Angriff war erwartbar, sind diese doch inzwischen bitterer Alltag für linke Organisationen und Parteien. Die Schuld daran, dass es inzwischen überhaupt so weit gekommen ist, sehen wir auch im Versagen der CDU, die sich in ihren Aussagen und Forderungen kaum noch von rechtsextremen Parteien unterscheidet.“
Die Linke Essen kritisiert besonders, dass Teile der politischen Mitte – allen voran die CDU – über Jahre hinweg Warnungen vor rechter Gewalt relativiert oder ignoriert hätten. Statt klare Grenzen zu ziehen, habe sie zunehmend Narrative übernommen, die Ausgrenzung normalisieren und Ressentiments schüren. Die jüngsten rassistischen Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz, der Probleme im Stadtbild auf „migrantisch aussehende Menschen“ zurückführte, seien hierfür ein beunruhigendes Beispiel. Solche Aussagen bestätigten rechtsextreme Weltbilder und verschieben gesellschaftliche Grenzen des Sagbaren.
Kreisverband und Ratsfraktion der Linken fordern daher entschlossene Maßnahmen gegen rechtsextreme Gewalt in Essen – darunter eine konsequente Strafverfolgung, eine deutliche politische Abgrenzung gegenüber rechten Erzählungen sowie wirksame sozialpolitische Strategien gegen die Ursachen von Radikalisierung.
Die Linke Essen stellt klar: Trotz dieser Angriffe wird sie ihre Arbeit für ein solidarisches und offenes Essen fortsetzen.

